Sprachenfreundliche Kommune 2004
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Auf der Welt gibt es etwa 6500 Sprachen, große und kleine, bekannte und weniger bekannte. Eine von diesen „Kleinen" ist die niedersorbische/wendische. Sie begleitet das Leben in der Niederlausitz schon seit vielen Jahrhunderten und bedeutet für die Menschen dieses Landstrichs Vertrautheit, Heimat. Sprache ist immer auch ein Teil unserer Identität, denn mit Sprachen erwerben wir unsere Sicht auf die Welt. In der heutigen schnelllebigen und von vielen Veränderungen geprägten Zeit geraten die „Kleinen" schnell ins Hintertreffen. Ob das Niedersorbische/Wendische weiter besteht, liegt letztlich an uns. Um dieser Sprache mehr Aufmerksamkeit und öffentliche Unterstützung zukommen zu lassen und um darüber mit noch mehr Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen, wurde die Aktion „Sprachenfreundliche Kommune-Serbska rěc jo žywa" ins Leben gerufen. Der Präsident des Landtages Brandenburg ist Schirmherr dieser Aktion und erteilt diesem Anliegen seine besondere Wertschätzung.
Was ist eine sprachenfreundliche Kommune?
Eine Kommune ist sprachenfreundlich, wenn sie die Zweisprachigkeit mit der sorbischen/wendischen Sprache als geistig-kulturellen Reichtum der Niederlausitz sichtbar und bewusst macht und ihn fördert. Das tut sie, indem z.B. im Briefkopfbogen der Kommune die sorbische/wendische Sprache Anwendung findet, wenn mit den Bürgerinnen und Bürgern sorbisch/wendisch kommuniziert wird - mündlich oder schriftlich - und natürlich auch, wenn öffentliche Einrichtungen und Schilder zweisprachig beschriftet sind. Den Aktivitäten und Initiativen sind hier keine Grenzen gesetzt, sie alle dienen dem Ziel „Serbska rěc jo žywa".
Was ist dafür zu tun?
Es ist nachzuweisen, dass die Kommune vielfältige Aktivitäten entwickelt, um die niedersorbische/wendische Sprache leben zu lassen.
Wer darf teilnehmen?
Teilnehmen dürfen Städte, Gemeinden, Stadt- und Ortsteile im angestammten sorbischen/wendischen Siedlungsgebiet in Brandenburg und auch solche, die bislang nicht offiziell zum Siedlungsgebiet gehören.
Was wird bewertet und wer gewinnt?
Bewertet wird, was an Sorbischem/Wendischem schon vorhanden, öffentlich sichtbar und hörbar ist und welche Initiativen neu entwickelt werden. Dazu liegt ein Kriterienkatalog vor, der auch im Internet unter www.landtag.brandenburg.de oder unter www.sorben-wenden.de abrufbar ist. Alle eingereichten Unterlagen werden von einer unabhängigen Jury begutachtet. Sie entscheidet nach gründlicher Information und Beratung, ob eine Kommune sprachenfreundlich ist. Da mit der Aktion Lust auf die breite Nutzung der niedersorbischen/wendischen Sprache geweckt werden soll, haben auch diejenigen Kommunen gute Chancen, die zu Beginn der Aktion erst wenige Kriterien erfüllen. Denn besonderen Wert wird die Jury auf den Zuwachs an Zweisprachigkeit legen, der in den kommenden Monaten erreicht wird.
Informationen zu Sorben und Wenden
Welche Auszeichnung erwartet Sie?
Die Sprachenfreundlichsten werden mit einer Plakette und einem Preis in würdiger Form prämiert. Für besonders interessante Ideen, neue Anregungen und Initiativen ist außerdem ein Förderpreis vorgesehen.
Die Aktion beginnt am 17. März 2004 mit einer Auftaktveranstaltung in Dissen und endet am 31.Oktober 2004. Bis zu diesem Termin sind auch die Unterlagen an einzureichen.
Zusatzinformationen
Kontakt
14473 Potsdam
ulrike.rueppel@landtag.brandenburg.de
Fax: +49 (331) 966 -1286
Preisträger der Aktion "Sprachenfreundliche Kommune" 2004
Der Landtag zeichnete insgesamt acht Städte und Gemeinden aus.