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Der Abschluss des Vergabeverfahrens

Gesamtansicht LandtagsneubauBlick auf das neue Landtagsgebäude

Haushaltsausschuss gibt grünes Licht für Sonderfinanzierung

Der Finanzausschuss des Landtages hat auf seiner 70. Sitzung am 21. August 2009 der beabsichtigten Sonderfinanzierung des Landtagsneubaus im Rahmen einer Öffentlich-Privaten-Partnerschaft zugestimmt (§9 Haushaltsgesetz 2008/2009) und damit den Weg für eines der wichtigsten Bauvorhaben im Land Brandenburg frei gemacht. Zugleich hat das mehrjährige, intensiv geführte Vergabeverfahren seinen Abschluss gefunden. Der Vertrag mit dem erfolgreichen Bieterkonsortium soll nach Ablauf der 14-tägigen Rechtsbehelfsfrist Anfang September geschlossen werden. Er wird Planung, Bau, Finanzierung und Betrieb des Landtagsgebäudes über 30 Jahre umfassen. Nach Unterzeichnung des Vertrages wird das Konsortium die Genehmigungs- und Ausführungsplanung erstellen und die Bauvorbereitungen treffen. Mit den eigentlichen Bauarbeiten soll im Frühjahr 2010 begonnen werden. Das fertige Landtagsgebäude wird nach dem Jahreswechsel 2012/2013 an den Landtag übergeben werden.Foto des Modells des neuen LandtagesNeues Fenster: Bild vergrößernDer neue Landtag am Standort Am Alten Markt im Modell

Siegerentwurf des Vergabeverfahrens vorgestellt

Der Neubau des Landtages Brandenburg auf dem Alten Markt soll unter weitestgehender Annäherung an das historische Vorbild des ehemaligen Potsdamer Stadtschlosses realisiert werden. Der Auftrag für Planung, Bau, Betrieb und Finanzierung des neuen Landtags soll an ein Konsortium um den Baukonzern BAM mit dem Architekten Prof. Peter Kulka vergeben werden. Dieses Konsortium hatte sich im Vergabeverfahren durchgesetzt und den überzeugendsten und zugleich wirtschaftlichsten Gesamtentwurf für den spektakulären Bau in der historischen Mitte der Landeshauptstadt vorgelegt. Die Gesamtbaukosten belaufen sich auf 119,6 Mio. Euro. Diese Ergebnisse des Vergabeverfahrens teilten Landtagspräsident Gunter Fritsch, Ministerpräsident Matthias Platzeck und Finanzminister Rainer Speer heute auf einer Pressekonferenz in Potsdam mit.

Der zukünftige PlenarsaalNeues Fenster: Bild vergrößernDer zukünftige Plenarsaal Der Landtagspräsident begrüßte das Ergebnis des Vergabeverfahrens: "Der ausgewählte Entwurf überzeugt mich in seiner Kombination von historischem Gewand und modernem, hellen Inneren sehr. Insbesondere finde ich den Plenarsaal - das Herzstück des künftigen Domizils des brandenburgischen Landtages - in seiner Einzigartigkeit und Funktionalität als besonders gut gelungen. Die Integration des Landesrechnungshofes in das Gebäude ist gleichermaßen gut umgesetzt."

Damit wird der Landtag Brandenburg einen angemessenen Neubau erhalten, der sowohl den architektonischen und städtebaulichen Anforderung an den Standort in Potsdam Mitte als auch den Bedürfnissen an einen modernen Parlamentsbetrieb gleichermaßen gerecht wird. Der vorgestellte Entwurf entspricht vollumfänglich den Anforderungen des Landtages Brandenburg, wie dieser sie zuletzt in seinem Beschluss vom 10. April 2008 festgelegt hat.

Fritsch zeigte sich in seiner Zuversicht, dass sich die widerstreitenden Interessen in der Landeshauptstadt mit den Bedürfnissen des Landtages in einem beharrlichen und sachlichen Dialog verbinden lassen, bestätigt: "Das Parlamentsgebäude wird dementsprechend eine gute Mischung von Geschichte, Gegenwart und Zukunft sein. In den nächsten Jahren entsteht am Alten Markt ein kommunikativer Ort, an dem gesellschaftliche Debatten geführt und politische Entscheidungen transparent gemacht werden können."

Repräsentativer Bau als Ort der Kommunikation

Der neue Landtag wird in den äußeren Um- und Aufrissen des ehemaligen Stadtschlosses errichtet werden. Der repräsentative Bau wird insgesamt über eine Nutzfläche einschließlich der Tiefgarage von rund 19.000 qm verfügen.

Der Plenarsaal befindet sich in der „Beletage“ im 1. Obergeschoss, dem zentralen Ort des Gebäudes. Im 4. Obergeschoss des Südflügels wird sich das Landtagsrestaurant befinden, das auch für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Es wird in Richtung des Innenhofes über eine Dachterrasse verfügen, von der aus ein spektakulärer Blick über das Panorama von Altem Markt, Innenhof, Nikolaikirche und Altem Rathaus möglich ist. Die Büroräume des Gebäudes befinden sich überwiegend in den Seitenflügeln, den nördlichen Kopfbauten und den Flügelbauten links und rechts des Fortunaportals. Der Landtag wird über 371 Büro- und 21 Beratungsräume verfügen.

Historische Rekonstruktion des SüdflügelsNeues Fenster: Bild vergrößernHistorische Rekonstruktion des SüdflügelsDie prächtigen äußeren Fassaden des Stadtschlosses werden wiedererstehen. Diese Fassaden werden material- und werkgerecht nach dem historischen Vorbild wieder aufgebaut. Vorhandene Originalteile des ehemaligen Schlosses werden dabei einbezogen. Sowohl an den Außenseiten als auch auf der Innenhofseite wird die Attika konstruktiv für die Aufstellung des vorhandenen bzw. nach historischem Vorbild anzufertigenden Figurenschmucks vorgerüstet. Die Wiederherstellung des Figurenschmucks soll durch Spenden ermöglicht werden.

Vom Fortunaportal über den Innenhof zum Knobelsdorff-Treppenhaus

Blick in den Innenhof des zukünftigen LandtagesNeues Fenster: Bild vergrößernBlick in den Innenhof Der Zugang zum neuen Landtag erfolgt durch das Fortunaportal in den Innenhof, der als allgemein betretbares „Bürgerforum“ gestaltet sein wird. Besucher, Abgeordnete und Mitarbeiter betreten den Landtag durch das Knobelsdorff- Treppenhaus im Südflügel. Im Innenhof wird ein weiteres Merkmal des Entwurfs sichtbar: Dem Architekten ist es gelungen, auch die Innenhoffassaden so weit wie möglich dem historischen Vorbild  anzunähern. Die Abweichungen sind dabei aus funktionalen Gründen im Innenhofbereich größer als bei den Außenfassaden des Gebäudes. Um das Raumprogramm des Landtages wie gefordert unterbringen zu können, musste der Baukörper angepasst werden.

Trotzdem muss der Innenhof weitaus geringer in Anspruch genommen werden, als dies lange Zeit befürchtet worden war. Die Innenhoffläche des Potsdamer Stadtschlosses betrug 6.325 qm, der Hof des neuen Landtages Brandenburg wird 4.913 qm groß sein. Damit bleibt der von repräsentativen, ebenfalls dem historischen Vorbild angenäherten Fassaden umgebene Innenhof weitgehend frei von Bebauung. Der öffentlich zugängliche Innenhof, der großzügige Eingangsbereich sowie die Dachterasse unterstreichen mit Nachdruck den Anspruch des zukünftigen Landtagsgebäudes, auch außerhalb des parlamentarischen Betriebes ein offenes Haus für alle Bürgerinnen und Bürger zu sein.

Verträge für Parlamentsneubau unterzeichnet

v. l.: Minister der Finanzen Rainer Speer und Landtagspräsident Gunter Fritsch vor dem Modell des neuen LandtagesNeues Fenster: Bild vergrößernv. l.: Minister der Finanzen Rainer Speer und Landtagspräsident Gunter Fritsch vor dem Modell des neuen LandtagesAm 2. September 2009 haben Finanzminister Rainer Speer und Vertreter der niederländischen Royal Bam Group in Anwesenheit von Landtagspräsident Gunter Fritsch am zukünftigen Standort Am Alten Markt das Vertragswerk zum Neubau des Brandenburger Landtages unterzeichnet. Zuvor war die Einspruchsfrist gegen das Ergebnis des Vergabeverfahrens abgelaufen. Die Royal Bam-Gruppe hatte sich darin mit einem Entwurf des Dresdener Architekten Peter Kulka durchgesetzt. Die Fertigstellung des Landtages in den originalgetreuen Fassaden des Potsdamer Stadtschlosses ist für das Jahr 2012 vorgesehen.