Gemeinsame Presseerklärung: Weg frei für Planungsarbeiten zum Landtagsneubau
Machbarkeitsstudie im Landtagspräsidium vorgestellt
Potsdam, den 15. Februar 2006 - Das Präsidium des Landtages Brandenburg hat die Ergebnisse der von Finanzminister Rainer Speer in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie zum Neubau des Landtages Brandenburg auf seiner heutigen Sitzung zustimmend zur Kenntnis genommen. Dies sagte Landtagspräsident Gunter Fritsch heute im Anschluss an die Sitzung in Potsdam. An der Sitzung nahm auch der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Potsdam, Jann Jakobs, teil. Damit haben die Planungen zum Neubau des Landtages Brandenburg eine entscheidende Hürde genommen.
Die Machbarkeitsstudie wurde von dem Architekturbüro waechter + waechter aus Darmstadt auf der Grundlage des Raumprogramms vom 16. November 2005 erarbeitet. Das Architekturbüro betreut derzeit den Umbau des Hessischen Landtages.
Ergebnisse im Überblick
Aus den Untersuchungen des Büros ergeben sich folgende Empfehlungen, die im Zuge des weiteren Verfahrens beachtet werden sollten:
- Aufnahme der äußeren Grundrisskanten des ehemaligen Stadtschlosses sowie Einhaltung der historischen Traufhöhe.
- Wiederherstellung des Innenhofs in den ungefähren historischen Proportionen. Der Innenhof kann weitgehend frei von Bebauung bleiben.
- Lage des Plenarsaals nicht verborgen im Blockinneren, sondern nach außen zur Breiten Straße orientiert in einem neuen 4-geschossigen Südflügel, in dem alle öffentlichen Nutzungen, der Plenarsaal, die Sitzungssäle, Lobby- und Foyerflächen sowie Bibliothek und Landtagsrestaurant angeordnet sind.
- 5-geschossiger U-förmiger Verwaltungstrakt mit Anordnung der Büroflächen für Abgeordnete und Fraktionsmitarbeiter in den West- und Ostflügeln sowie für die Landtagsverwaltung in der Gebäudemitte; Erdgeschoss mit kurzen Wegen und klarer, einfacher Orientierung.
* Im Inneren ein lichtdurchflutetes, räumlich vielfältiges, offenes und bürgerfreundliches Haus, das vielfältige Nutzungen ermöglicht. Im Foyer großzügiger Besucher- und Ausstellungsbereich. - Originalgetreue Rekonstruktion der nördlichen Kopfbauten am Alten Markt mit Nikolaikirche und Rathaus; Nutzung vorgesehen für Fraktionsgeschäftsstellen.
- Haupterschließung des Landtagsensembles über den Alten Markt durch das Fortunaportal.
- Freilegung der Bodendenkmäler im Innenhof und der Eingangshalle
- Eingeschossige Tiefgarage unter nördlichen Innenhof.
- An den Fassaden der West-/Ost- und Südflügel sind die horizontalen und vertikalen Gliederung und Prinzipien der historischen Gestalt und Materialität unter Berücksichtigung der neuen Geschossigkeit und der funktionalen Anforderungen aufzunehmen. Zugleich soll im Rahmen der Erinnerung an die historische Situation das Selbstverständnis des Landtags und der parlamentarischen Kultur im Land Brandenburg dargestellt und neuinterpretiert werden.
Präsidium: Studie geeignete Grundlage für weitere Planungen
Das Präsidium des Landtages hält die vom beauftragten Architekturbüro erarbeiteten Optionen für eine geeignete Grundlage der weiteren Planungen. Das Präsidium begrüßte insbesondere, dass Funktionalität und Raumbedarf eines modernen Parlamentsgebäude nicht im Widerspruch zu einem Landtagsneubau in den äußeren Um- und Aufrissen des ursprünglichen historischen Gebäudes am Standort Alter Markt stehen.
Das Präsidium hat Finanzminister Speer gebeten, die Ergebnisse der vorgestellten Studie dem weiteren Planungs- und Vergabeverfahren zugrunde zu legen. Die Errichtung einer Tiefgarage im nördlichen Teil des Baufeldes ist dabei anzustreben.