Jugendparlament "20 Jahre Deutsche Einheit"
Die Brandenburger Delegation in Bremen: Gregor Podschun (l.) und Kevin Jessa. Knapp 60 Jugendlichen aus allen Bundesländern haben sich aus Anlass des 20. Jahrestages der Deutschen Einheit vom 1. bis 2. Oktober 2010 zu einem Jugendparlament in der Bremischen Bürgerschaft versammelt. In Bremen fanden turnusgemäß in diesem Jahr die zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit statt. Die durchweg 20-jährigen Teilnehmer/innen verabschiedeten nach intensiven, teilweise heftig kontroversen Diskussionen am Ende mit großer Mehrheit Resolutionen zu den Themen "Bildung und Lernen", "Arbeit und Ausbildung" sowie "Integration und gesellschaftliche Werte". Bundesratspräsident und Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen versprach, die Resolutionen der Ländervertretung in Berlin bekannt zu machen.
Jugendparlament "20 Jahre Deutsche Einheit" Während Bundespräsident Christian Wulff seine Rede am 3. Oktober in der Bremen-Arena mit "Vielfalt schätzen - Zusammenhalt fördern" betitelte, lautete bereits am Vortag ein Beschluss des Jugendparlaments: "Gemeinsam für die Vielfalt in der Einheit." Die jungen Frauen und Männer betonten in der Resolution: "Das Wort 'Einheit' bezieht sich genauso auf die Beziehungen zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund. Starke Vorurteile auf beiden Seiten sind der Grund für Abgrenzung, Ausgrenzung und sogar teilweiser Ghettoisierung. Hier sehen wir in Zukunft die Aufgabe der Städtebau- und Raumplanung, Segration zu verhindern. Des Weiteren plädieren wir für eine Ausweitung von sozialen Projekten, wo Menschen mit Migrationshintergrund zu Betreuern für andere Migranten ausgebildet werden und sie bei Integrationsanstrengungen unterstützen. ... Sprachprobleme sollen durch verpflichtende Deutschkurse und Sprachförderung für Menschen jeden Alters behoben werden. Gegenseitiger Austausch und gemeinsame Aufklärung, schon ab Bildungsbeginn, sind notwendig und müssen jedem Mitglied der Gesellschaft zugänglich sein." Bundespräsident Wulff reklamierte in seiner Rede am nächsten Tag: "Integrations- und Sprachkurse für die ganze Familie, mehr Unterrichtsangebote in den Muttersprachen, islamischen Religionsunterricht von hier ausgebildeten Lehrern."
(Quellen: Bremische Bürgerschaft, Landtag Brandenburg)
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