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Sprachenfreundliche Kommune Serbska rěc jo žywa

Logo Sprachenfreundliche KommuneNeues Fenster: Bild vergrößern„Es wäre in der Tat sehr zu
bedauern und ein großer Verlust
für die Sprachwissenschaft,
wenn diese so schöne und
an Wohlklang dem Italienischen
gleichkommende Sprache
dem Untergang preisgegeben
werden sollte.“
Prof. Dr. Arnošt Muka,
sorbischer Sprachwissenschaftler
(1854 – 1932)

 

Auf der Welt gibt es etwa 6500 Sprachen, große und kleine, bekannte und weniger bekannte. Eine von diesen „Kleinen“ ist die niedersorbische/wendische Sprache. Sie bereichert das Leben in der Lausitz und bedeutet für die Menschen dieses Landstrichs Vertrautheit und Heimat.

Die kulturelle Vielfalt hier wird wesentlich geprägt von der sorbischen/wendischen Sprache. In vielen Familien, in Kindergärten und Schulen, in Institutionen und im kulturellen und kirchlichen Leben ist sie zu Hause.

Damit sie auch in Zukunft gesprochen, verstanden, gelesen und gesungen wird, braucht sie unser aller Unterstützung und Anerkennung in der breiten Öffentlichkeit. Im Leben der Kommunen muss sie ihren gleichberechtigten Platz haben. So erhält sie auch die notwendige Akzeptanz und Wertschätzung.

Genau diesem Ziel dient der Wettbewerb „Sprachenfreundliche Kommune – Serbska rěc jo žywa“. Gesucht werden die sprachenfreundlichsten Kommunen, die dieses wichtige gesellschaftliche und kulturelle Anliegen am besten unterstützen und fördern. Es sind keine Grenzen für Ideen und Aktivitäten gesetzt. Gewinnen werden aber letztendlich alle, denen die sorbische/wendische  Sprache und deren Erhalt und Zukunft am Herzen liegt.

Auszeichnungsveranstaltung:

Die Landtagsvizepräsidentin Gerrit Große zeichnete die Brandenburger Preisträger des Wettbewerbs „Sprachenfreundliche Kommune – Serbska rěc jo žywa“ aus und hielt ein Grußwort am Freitag, den 6. Mai 2011, im Hotel Georgenberg, Slamener Höhe 19, 03130 Spremberg.

Vizepräsidentin Gerrit Große zeigte sich beeindruckt von dem Ideenreichtum der Bewerber: „Ich nehme das große, meist ehrenamtliche Engagement als ermutigendes Signal wahr, dass es weiterhin viele Kommunen und Menschen geben wird, die sich – auch außerhalb von Wettbewerbsfristen – aus Überzeugung und mit Hingabe für die sorbische (wendische) Sprache einsetzen.“

Ziel des Wettbewerbs, der bereits zum zweiten Mal statt fand, war es, die Kommunen zu motivieren, Aktivitäten zur Förderung der Mehrsprachigkeit und zur Hebung des Prestiges der niedersorbischen Sprache zu initiieren, laufende Aktivitäten zu verstärken und diese einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Dabei wurden sowohl administrative Maßnahmen der Kommunen als auch Aktivitäten der zivilgesellschaftlichen und privatwirtschaftlichen Akteure und anderer Institutionen vor Ort berücksichtigt.

Übersicht der Preisträger:

Kategorie 2:

1. Sieger Stadt Spremberg/město Grodk
2. Sieger Stadt Drebkau/město Drjowk
3. Sieger Stadt Vetschau/město Wětošow
Förderpreis: Gemeinde Straupitz/gmejna Tšupc

Kategorie 1:

1. Sieger Gemeinde Drachhausen/gmejna Hochoza
1. Sieger Gemeinde Dissen-Striesow/gmejna Dešno-Strjažow
3. Sieger Gemeinde Jänschwalde/gmejna Janšojce
Förderpreis: Gemeinde Burg (Spreewald)/gmejna Bórkowy (Błota)
Sonderpreis: Stadt Cottbus/město Chóśebuz


Die Gemeinden wurden in zwei Kategorien eingeteilt, die wie folgt definiert wurden:

Kategorie 1 umfasst die Orte:

  • in denen die sorbische Sprache noch von vielen Menschen aktiv gesprochen wird;
  • wo die sorbische Sprache in der Öffentlichkeit deutlich sichtbar wird (zweisprachige Beschilderung, Aushänge, Einladungen, Kopfbögen);
  • wo sorbische Medien sehr aktiv genutzt werden.

Kategorie 2 umfasst die Orte:

  • in denen kaum noch Sprachkenntnisse vorhanden sind (nur wenige, meist ältere Menschen sprechen oder verstehen Sorbisch);
  • wo mit viel Mühe versucht wird, das Vorhandene zu bewahren und zum Beispiel mit Hilfe des Witajunterrichts wieder zu beleben.

Auszeichnungsveranstaltung des Wettbewerbs „Sprachenfreundliche Kommune – Serbska rěc jo žywa“

Impressionen der Auszeichnungsveranstaltung des Wettbewerbs „Sprachenfreundliche Kommune – Serbska rěc jo žywa“

In den Ergebnissen blättern

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Wettbewerbausschreibung:

Wie läuft der Wettbewerb ab?

Die Wettbewerbsunterlagen und weitere Informationen erhalten Sie beim

Rat für sorbische/wendische Angelegenheiten
des Landtages Brandenburg
August-Bebel-Straße 82
03046 Cottbus

Tel.: 0355/485 76-432.

Die Unterlagen sind unter der oben genannten Adresse bis zum
31. März 2011 einzureichen.

Wer darf teilnehmen ?

Alle Gemeinden, Städte und deren Ortsteile, die zum angestammten sorbischen/wendischen Siedlungsgebiet in Brandenburg gehören und auch diejenigen Kommunen, die sich auf Grund ihrer Geschichte zu ihren sorbischen/wendischen Wurzeln bekennen.

Was wird bewertet?

Die Teilnehmer tragen in einen Fragenkatalog ein, welche Aktivitäten und Bemühungen es zurzeit in ihrer Kommune gibt und welche neuen Vorhaben vorbereitet werden, um die sorbische/wendische Sprache in der Öffentlichkeit zu zeigen und zu unterstützen. Das alles kann mit weiteren Informationen und mit Bildmaterial ergänzt werden.

Wer wertet die eingereichten Unterlagen aus?

Die Jury setzt sich zusammen aus Vertretern des Landtages Brandenburg, des Rates für sorbische/wendische Angelegenheiten, des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur, des Domowina-Regionalverbandes Niederlausitz e. V., der Beauftragten für sorbische/wendische Angelegenheiten, der Stiftung für das sorbische Volk und des Unternehmens Vattenfall Europe Mining.

Welche Auszeichnung erwartet Sie?

Die sprachenfreundlichsten Kommunen erhalten Preise in Höhe von 500 € bis 1.000 € in mehreren Kategorien sowie eine Ehrentafel.

Für besonders interessante Ideen und Initiativen können Sonder- und  Förderpreise vergeben werden.

 

Der Präsident des Landtages Brandenburg hat für diesen Wettbewerb die Schirmherrschaft übernommen.

Das Projekt wird gefördert und unterstützt durch den Landtag des Landes Brandenburg, durch den Domowina-Regionalverband Niederlausitz e. V., durch die Stiftung für das sorbische Volk, durch den Rundfunk Berlin Brandenburg (rbb) und das Unternehmen Vattenfall Europe Mining. Initiator ist der Rat für sorbische/wendische Angelegenheiten beim Landtag Brandenburg.

Zusatzinformationen

Kontakt

Die Wettbewerbsunterlagen und weitere Informationen erhalten Sie beim

Rat für sorbische/wendische Angelegenheiten des Landtages Brandenburg
Rada za serbske nastupnosći pśi Krajnem sejmje Bramborska
August-Bebel-Straße 82
03046 Cottbus/Chóśebuz
Telefon: 0049 (355) 48576 -432

Rěcam pśichylona komuna – Serbska rěc jo žywa

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Na swěśe dajo něźi 6500 rěcow, wjelike a małe, znate a mjenjej znate. Jadna wót toś tych “małych” jo dolnoserbska rěc. Wóna wobogaśijo žywjenje we Łužycy a wóznamjenijo za luźe tych stronow pśijaśelskosć a domownja.
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