Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke eröffnet Ausstellung „AugenZeugen – Es ist nicht leicht, sich zu erinnern – und schwer, zu vergessen! Überlebensgeschichten der Schoa“

Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke hat am Dienstagabend die Fotoausstellung „AugenZeugen – Es ist nicht leicht, sich zu erinnern – und schwer, zu vergessen! Überlebensgeschichten der Schoa“ eröffnet. Im Foyer des Landtages werden bis zum 20. Februar Arbeiten des Berliner Fotografen Kai Abresch gezeigt, der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen des Holocaust porträtiert hat, die seit vielen Jahren an Brandenburger Schulen über ihre Erlebnisse während der Zeit des Nationalsozialismus berichten.

In ihrer Eröffnungsansprache würdigte die Landtagspräsidentin das herausragende Engagement der inzwischen weit über 80-Jährigen: „Es ist berührend, dass die Zeitzeuginnen und Zeitzeugen aus Israel im hohen Alter sich noch immer regelmäßig auf die Reise nach Deutschland machen und mit Schülerinnen und Schülern sprechen, mit Menschen aus allen Bereichen der Gesellschaft.“ Die Landtagspräsidentin mahnte: „Wir wissen zugleich, dass die Zeit kostbar ist und es diese Gespräche nicht mehr lange geben wird. Und deshalb brauchen wir Ausstellungen wie diese, die die persönlichen Erinnerungen der Überlebenden weitertragen.“

Die Ausstellung wurde vom Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien, der F.C. Flick-Stiftung und dem Fotografen Kai Abresch in Kooperation mit Rudi-Karl Pahnke (Institut neue Impulse) konzipiert. Den Porträts der Holocaustüberlebenden zur Seite gestellt sind Zitate der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, in denen zum Ausdruck kommt, welches Ziel sie mit ihrer Erinnerungsarbeit verfolgen: dass das Erinnern an die Verbrechen des NS-Regimes auch dann fortgesetzt wird, wenn sie selbst nicht mehr persönlich Zeugnis ablegen können.

Dr. Elke-Vera Kotowski vom Moses Mendelssohn Zentrum sagte in ihrem Grußwort: „Wie gehen wir in Zukunft mit der Erinnerung an die Schoa um? In nicht allzu ferner Zeit wird es keine Zeitzeugen mehr geben, die darüber berichten können. Deshalb müssen wir heute neue Gedenkkonzepte entwickeln, die auch künftigen Generationen einen persönlichen Einblick in die historischen Ereignisse ermöglichen können. Diese Ausstellung soll in den nächsten Jahren durch Brandenburger Schulen wandern und stellvertretend für die porträtierten Schoa-Überlebenden Zeugnis ablegen und zum Nachdenken anregen.“

Susanne Krause-Hinrichs, Geschäftsführerin der F.C. Flick Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz, sagte zur Ausstellungseröffnung: „Die Würdigung der Zeitzeugen und Überlebenden der Schoa mit dieser Ausstellung ist ein wichtiges Zeichen auch und gerade für kommende Generationen. Es geht dabei immer um Menschen – die Botschaft der porträtierten Personen ist eine zutiefst menschliche. Sie spricht von Versöhnung und mahnt für das Erinnern und gegen das Vergessen.“

Die Ausstellung ist vom 8. Januar 2020 bis zum 20. Februar 2020 montags bis freitags (außer feiertags) von 8:00 bis 18:00 Uhr im Foyer des Landtages Brandenburg zu sehen.


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