Jehovas Zeugen im KZ Ravensbrück und in Haftanstalten der DDR

Angehörige der Zeugen Jehovas im KZ-Ravensbrück SS-Foto 1940Angehörige der Zeugen Jehovas im KZ-Ravensbrück SS-Foto 1940Die Ausstellung „Jehovas Zeugen im KZ Ravensbrück und in Haftanstalten der DDR“ widmet sich Zeugen Jehovas, die im NS-Staat unter anderem im Konzentrationslager Ravensbrück inhaftiert und später in der DDR erneut verfolgt wurden.

Von völkischen und nationalsozialistischen Kreisen wurden die Bibelforscher, so der offizielle Name der Glaubensgemeinschaft bis 1931, bereits in den 1920er-Jahren als „jüdische Bolschewisten“, als „Volksverräter“ und „Kommunisten“ verunglimpft.

Rund 2 800 deutsche Zeugen Jehovas sowie 1 400 aus den besetzen Ländern wurden als „Schutzhäftlinge“ der Gestapo in die Konzentrationslager deportiert. Im KZ Ravensbrück waren bis zur Befreiung 782 weibliche und 218 männliche Bibelforscher inhaftiert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die meisten von ihnen als Verfolgte des Nationalsozialismus in der Sowjetischen Besatzungszone anerkannt. 1950, ein Jahr nach Gründung der DDR, wurde die Glaubensgemeinschaft dort verboten. Die SED warf den Mitgliedern Kosmopolitismus, „Boykotthetze“ und „Spionage für den Westen“ vor. Viele wurden daraufhin zu hohen Haftstrafen verurteilt. Nach Einführung der allgemeinen Wehrpflicht wurden junge männliche Angehörige der Religionsgemeinschaft wegen Wehr- und Ersatzdienstverweigerung in der Bundesrepublik von 1956 bis 1968 und in der DDR von 1962 bis in die 1980er-Jahre zu Haftstrafen verurteilt.

Zwölf ausgewählte Biografien veranschaulichen die Auswirkungen von Verbot und Verfolgung auf das persönliche Leben.

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Die Ausstellung „Jehovas Zeugen im KZ Ravensbrück und in Haftanstalten der DDR“ eröffnete die Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke am 1. Oktober 2019 im Landtag – gemeinsam der Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur, Dr. Maria Nooke, sowie Dr. Sabine Arend von der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück. Der Kurator Falk Bersch lieferte eine Einführung in die Ausstellung. Für die künstlerische Begleitung sorgte das Duo „Liquid Soul“ aus Berlin.

Die Ausstellung im Foyer des Landtages Brandenburg ist vom 2. Oktober 2019 bis 19. Dezember 2019 montags bis freitags von 8:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. An gesetzlichen Feiertagen bleibt sie geschlossen.

Ausstellungseröffnung „Jehovas Zeugen im KZ Ravensbrück und in Haftanstalten der DDR“

Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke eröffnet Ausstellung „Jehovas Zeugen im KZ Ravensbrück und in Haftanstalten der DDR“

Hinweise:

Während der Veranstaltung finden Film- und Fotoaufnahmen statt. Mit der Teilnahme erklären Sie und Ihre Begleitperson sich damit einverstanden, dass Sie gegebenenfalls auf Aufnahmen zu sehen sind, die im Rahmen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Landtages Brandenburg verwendet werden.

Es bestehen keine Parkmöglichkeiten im Landtag Brandenburg. Bitte nutzen Sie die öffentlichen Verkehrsmittel.

Impressionen zur Ausstellungseröffnung „Jehovas Zeugen im KZ Ravensbrück und in Haftanstalten der DDR“ am 1. Oktober 2019