Grund zum Feiern: Brandenburg heißt 858 Neubürgerinnen und Neubürger willkommen

Im zurückliegenden Jahr hat die Zahl der Einbürgerungen im Land Brandenburg ein Rekordhoch erreicht. 858 Personen ausländischer Herkunft mit Wohnsitz in Brandenburg haben die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten. Parlamentspräsidentin Britta Stark und Innenminister Karl-Heinz Schröter hießen die Neubürgerinnen und Neubürger des Jahres 2015 am Sonntag, dem 22. Mai 2016, in Brandenburg willkommen – traditionell in der feierlichen Atmosphäre des Zentralen Einbürgerungsfestes von Landtag und Landesregierung.

Im großen Saal des Potsdamer Hans Otto Theaters erinnerte Parlamentspräsidentin Stark in ihrer Ansprache nicht nur an den Erlass des Grundgesetzes vor fast exakt 67 Jahren, sondern auch an Deutschlands lange Zuwanderungsgeschichte: „ Bei allen, zum Teil diffusen Ängsten, welche die aktuellen Migrationsbewegungen auslösen, sollten die gelungenen Beispiele der Vergangenheit nicht vergessen werden. Deutschland war wirtschaftlich, kulturell und wissenschaftlich immer dann besonders erfolgreich, wenn sich verschiedene Kulturen in unserem Land begegnet sind und es bereichert haben.“  In diesem Zusammenhang appellierte Stark an die Eingebürgerten, von ihren Teilhabe- und Mitgestaltungsrechten regen Gebrauch zu machen.

Innenminister Schröter bekräftigte in seiner Willkommensrede unter Hinweis auf die Zuwanderung von Hugenotten und anderen Glaubensflüchtlingen nach Preußen: „Unser Land hat eine lange Tradition der Einwanderung. Und es hat von diesen Einwanderern profitiert.“ Er fügte an die neuen Bundesbürgerinnen und –bürger gewandt hinzu: „Ich setze darauf, dass Sie sich aktiv in unsere staatliche Gemeinschaft einbringen und mit Ihren vielfältigen Begabungen und Fähigkeiten unser Land und unsere Gesellschaft kulturell und wirtschaftlich weiterentwickeln für unsere gemeinsame Zukunft.“

Gegenstand einer von der Landesintegrationsbeauftragten Dr. Doris Lemmermeier moderierten Podiumsrunde waren die Hürden und Lichtblicke von vier Neu-Brandenburgerinnen und –Brandenburgern auf ihren individuellen Wegen zur Einbürgerung. Doris Lemmermeier: „Die Entscheidung zum Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft ist auch Ausdruck einer Identifikation mit Deutschland und dem Land Brandenburg. Ich freue mich, dass sich im vergangenen Jahr so viele Menschen in Brandenburg für die Einbürgerung entschieden haben und wir die hohe Zahl des Jahres 2014 mit 831 Einbürgerungen sogar noch leicht steigern konnten. Der Weg vom Ankommen in Deutschland bis zur Einbürgerung war für viele nicht immer einfach, aber sie alle haben ihren Weg gefunden und sich von Schwierigkeiten und Problemen nicht entmutigen lassen. Hier sind Menschen, die sich bewusst für das Leben in unserem Land und in unserer Gesellschaft mit allen Rechten und Pflichten entschieden haben. Dies verdient große Anerkennung.“

Mit internationalen Klängen aus Europa sowie Nord- und Südamerika rundete der Märkische Jugendchor des Karl-Friedrich-Schinkel Gymnasiums aus Neuruppin den Festakt ab. Gemeinsam mit den Neubürgerinnen und Neubürgern stimmte er abschließend die Nationalhymne an. Für die Eingebürgerten und deren Angehörige fand der Ehrentag mit einem Frühlingsfest auf den Theaterterrassen am Havelufer einen geselligen Ausklang.

Über die Hälfte der im Jahr 2015 Einbürgerten (51,3%)  stammt aus europäischen Ländern, davon 189 Personen aus Mitgliedstaaten der Europäischen Union – allen voran aus dem Nachbarland Polen. Auf den Plätzen zwei und drei folgen wie in den Vorjahren die Ukraine und Vietnam.

Der Landtag und die Landesregierung richten seit dem Jahr 2007 jährlich gemeinsam ein zentrales Einbürgerungsfest aus. Damit soll im Sinne einer Integrationskultur ein deutliches Zeichen des Willkommens und der Anerkennung für die neuen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger gesetzt werden.

Statistik der Vorjahre bezogen auf das Land Brandenburg:

2014:   831 Einbürgerungen,
2013:   611 Einbürgerungen,
2012:   464 Einbürgerungen,
2011:   748 Einbürgerungen


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