„Kunst im Landtag“: Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke eröffnet Jahresausstellung 2020 „Arbeit, Arbeit, Arbeit – Serien zur sozialistischen Produktion in der DDR“

Darstellungen von Arbeit und Porträts von Arbeiterinnen und Arbeitern waren allgegenwärtig in der Bildwelt der DDR. Diesem Thema widmet sich die Jahresausstellung 2020 der Reihe „Kunst im Landtag“ unter dem Titel „Arbeit, Arbeit, Arbeit. Serien zur sozialistischen Produktion in der DDR“. Zu sehen sind Malerei, Grafik und Fotografie aus dem Kunstarchiv Beeskow sowie Plakate und Titelseiten aus dem Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR Eisenhüttenstadt.

Zur Eröffnung der Ausstellung erinnerte Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke am heutigen Mittwoch daran, dass mit dem Thema „Arbeit“ in der Kunst der DDR ein politisches Kalkül verbunden war: „In den Bildern sollten sich die Werktätigen wiedererkennen. Sie sollten stolz sein auf ihren sozialistischen Betrieb, auf ihr Land und auf sich selbst. Auch wenn diese Rechnung nicht immer aufging, weil die Wirklichkeit der Arbeit und das Selbstverständnis von Arbeiterinnen und Arbeitern in den Betrieben weit entfernt war von den Heldenfiguren, ist nicht zu übersehen, wie hoch die Erwartungen an die Wirksamkeit von Kunst in der Gesellschaft waren. Kunst sollte in Dienst genommen werden für die Sache des Sozialismus. Aber: Die Menschen in der DDR hatten gelernt, zwischen den Zeilen zu lesen.“ Zugleich verwies die Landtagspräsidentin darauf, dass sich viele Künstler einer Vereinnahmung durch die Ideologie mit feinen Mitteln entzogen hätten: „Kunst ist subversiv und entzieht sich der Verwertung durch Politik.“

Nach der Ansprache der Landtagspräsidentin führten Sascha Gehm, Erster Beigeordneter des Landkreises Oder-Spree, und Florentine Nadolni, Leiterin des Kunstarchivs Beeskow und des Dokumentationszentrums Alltagskultur der DDR, in das Thema ein.

Florentine Nadolni, Leiterin des Kunstarchivs Beeskow und des Dokumentationszentrums Alltagskultur der DDR Eisenhüttenstadt sagte: „Unsere Ausstellung veranschaulicht auf eindrückliche Weise, welche Schlüsselrolle das Motiv Arbeit in der DDR-Gesellschaft und ihrer visuellen Kultur spielte.“ Die Zusammenschau von Kunstwerken und alltagskulturellen Zeugnissen belege die allgegenwärtige Präsenz der Arbeit und des arbeitenden Menschen in der sozialistischen Bildwelt. „Auch wenn mit dem Untergang der DDR diese sehr spezifische und starke Wechselwirkung von Gesellschaft und Arbeit ihr Ende fand, so prägte sie doch die Erfahrungswelt und Lebensläufe vieler Bürgerinnen und Bürger und wirkt mit diesen auch hinein in unsere Gegenwart.“

Begleitend zur Ausstellung ist eine Broschüre erschienen, die kostenlos erhältlich ist und als Download auf der Website des Landtages zur Verfügung steht.

Die Ausstellung „Arbeit, Arbeit, Arbeit. Serien zur sozialistischen Produktion in der DDR“ ist vom 30. Januar 2020 bis zum 11. Dezember 2020, montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr, im Landtag zu sehen. Im Zeitraum der Ausstellung werden sieben Führungen mit den Kuratorinnen der Ausstellung angeboten. Die Anmeldung ist via E-Mail an veranstaltungen@landtag.brandenburg.de oder unter der Telefonnummer 0331/ 966 12 56 möglich.


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