Gelungen, genutzt, gesichert, gefährdet: Schlösserschau aus dem Grenzraum im Landtagsschloss

Adel, Armee oder die „Allgemeinheit“: Die Hausherrren in den Schlössern waren so unterschiedlich wie es der Zustand der historischen Gebäude heute ist: Eine gelungene bzw. noch verträgliche denkmalfachliche Nutzung, eine solide Sicherung oder die Gefährdung des Bestands bescheinigen polnische und deutsche Denkmalexperten Herrenhäusern und Schlösseranlagen dies- und jenseits von Oder und Neiße. Fast 40 dieser historischen Ensembles aus den Wojewodschaften Westpommern, Lebuser Land und Niederschlesien sowie den Bundesländern Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern porträtiert eine Ausstellung im Landtag Brandenburg, die Parlamentspräsidentin Britta Stark am Dienstagabend eröffnete.

„Der Zweite Weltkrieg und auch die kommunistischen Diktaturen haben den gemeinsamen kulturellen Raum zu beiden Seiten von Oder und Neiße zerschnitten. An den Schlössern, Herrenhäusern und historischen Parks können wir ablesen, wie Grenzen kulturelle Räume zerstören – aber auch, wie sich mit dem Überwinden von Grenzen neue Chancen für den gegenseitigen Austausch und eine Zusammenarbeit eröffnen. Beides wird in der Ausstellung sichtbar“, sagte Britta Stark zur Eröffnung, auf der auch Kultusministerin Dr. Martina Münch, der Vizedirektor des polnischen Nationalen Instituts für Kulturelles Erbe, Mariusz Czuba, und Landeskonservator Dr. Thomas Drachenberg sprachen.

Die Schlösser und Herrenhäuser spiegeln eine Jahrhunderte alte gemeinsame Geschichte der heutigen polnisch-deutschen Grenzregion und vor allem die Umbrüche des 20. Jahrhunderts wider. Die bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs meist im Privatbesitz befindlichen Anlagen wurden durch den Krieg und seine Folgen, danach durch sozialistische Verstaatlichung und Umnutzung stark in Mitleidenschaft gezogen. Zerstört oder verbaut, in
Krankenhäuser, Kitas und Kulturhäuser umfunktioniert, militärisch oder landwirtschaftlich genutzt, nun saniert oder gerade noch vor dem Verfall gerettet: Die Ausstellung zeigt, welche unterschiedlichen Geschichte(n) die Häuser erzählen und welches Geschick es braucht, sie neu zu beleben. Um dieses baukulturelle Erbe zu entwickeln, treffen sich seit 2014 regelmäßig polnische und deutsche Expertinnen und Experten aus staatlichen Denkmalfachämtern und Ministerien.

Die 2016 auf der europäischen Leitmesse für Denkmalpflege mit Gold ausgezeichnete Wanderausstellung macht nach dem sächsischen Landtag und Breslau nun bis 28. März 2019 im Brandenburger Landtag Station. Die 45 Tafeln mit Farbfotos und Texten können bei freiem Eintritt von Montag bis Freitag zwischen 8 und 18 Uhr besichtigt werden.

Kurz-Entschlossene können dabei auch noch Theodor Fontane einen Besuch abstatten: Die Kunstausstellung zum 200. Geburtstag des märkischen Dichters ist noch 3 Tage bis zum 11. Januar im gesamten Landtagshause zu sehen.

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