Landtagspräsidentin eröffnet Ausstellung „Jüdisches Leben im ländlichen Raum 1933–1945“

Zwei Jahre lang haben sie Dokumente gesichtet, Zeitzeugen, Einwohner und Historiker befragt und Archivmaterial ausgewertet – die Forschungsergebnisse des achtköpfigen Projektteams des Vereins Belziger Forum e. V. sind nun im Rahmen der Ausstellung „Jüdisches Leben im ländlichen Raum 1933–1945“ im Landtag Brandenburg zu sehen.

Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke eröffnete am Dienstagabend die Schau, in der Biografien und Schicksale jüdischer Bürgerinnen und Bürger, Institutionen und Friedhöfe aus Bad Belzig und Umgebung nachvollzogen werden. In ihrer Rede würdigte die Landtagspräsidentin die Ausstellung als „eine authentische kulturelle Praxis der Erinnerung“ und als „eine Forschungsarbeit vor der Haustür, die uns klarmacht, dass der Holocaust nicht fern von hier, sondern auch mitten in Brandenburg stattgefunden hat“. Mit Blick auf die Anschläge in Halle und Hanau betonte sie: „Wir haben allen Grund, darüber beunruhigt zu sein, dass Feindseligkeit gegen Juden und Rassismus unsere Gesellschaft vergiften. Wir müssen noch lauter einstehen für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte und uns gegen Rassismus, Hass und Gewalt zur Wehr setzen.“

Die Ausstellung im Foyer des Landtages besteht aus 18 Stelltafeln, auf denen anhand zahlreicher historischer Fotografien und Dokumente die Schicksale jüdischer Bürgerinnen und Bürger und ganzer Familien aus Bad Belzig und Umgebung geschildert werden. Aufgearbeitet wurde auch die Geschichte jüdischer Institutionen, beispielsweise die der Belziger Lungenheilstätte/Samuel-Bleichroeder-Stiftung (heute Rehaklinik), jüdischer Friedhöfe in Beelitz, Treuenbrietzen und Ziesar oder der jüdischen Synagogengemeinde in Beelitz, die auch für Belzig zuständig war. Die Ausstellung wurde im Rahmen des Programms „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ durch den LAP Hoher Fläming gefördert.

Die Ausstellung ist vom 26. Februar bis zum 14. April 2020, montags bis freitags (außer feiertags) von 8:00 bis 18:00 Uhr, im Foyer des Landtages Brandenburg zu sehen.


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