Mit dem Hissen der UN-Women-Flagge setzt der Landtag ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke und Frauenministerin Ursula Nonnemacher haben heute, am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, im Innenhof des Landtages Brandenburg gemeinsam mit den frauenpolitischen Sprecherinnen der Fraktionen und dem Frauenpolitischen Rat Brandenburg die Flagge von UN-Women mit der Aufschrift „Wir sagen NEIN zu Gewalt gegen Frauen“ gehisst.

Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke sagte in ihrer Begrüßungsansprache: „Frauen und Mädchen sind der Gewalt in unserer Gesellschaft besonders ausgesetzt – übrigens auch der verbalen Gewalt, etwa in sozialen Medien. Neben den körperlichen gibt es gravierende seelische Verletzungen, jeden Tag, an tausenden Frauen. Viele Opfer erholen sich nie wieder, sie sind für ihr Leben gezeichnet. Unser Dank gilt den vielen Menschen, die sich im Haupt- und Ehrenamt, in Frauenhäusern und anderen Hilfeeinrichtungen für sie engagieren. Sie helfen Tag für Tag Frauen, die Gewalt erfahren haben.“

Frauenministerin Ursula Nonnemacher erklärte: „Ein gewaltfreies Leben ist ein Grundrecht und trotzdem für viele Frauen in unserer Gesellschaft keine Selbstverständlichkeit. In diesem Jahr begehen wir ein wichtiges Jubiläum mit 10 Jahren Istanbul-Konvention – für uns bedeutet das die Verpflichtung, den Kampf gegen geschlechtsspezifische Gewalt und Diskriminierung fortzusetzen und zu intensivieren. Wir werden die Istanbul-Konvention in Brandenburg entschlossen umsetzen. Zudem müssen wir Gewalt an Frauen bekämpfen, indem wir sie als ein strukturelles Gewaltphänomen anerkennen. Dazu gehört auch, dass Femizide endlich als Straftatbestand definiert und geahndet werden.“

Verena Letsch vom Frauenpolitischen Rat Brandenburg betonte:Wir müssen immer wieder daran erinnern, dass jede dritte Frau in Deutschland einmal in ihrem Leben Opfer von sexualisierter Gewalt wird. Das ist jede dritte Freundin, Nachbarin, Bekannte. Diese Zahl ist erschreckend. Das müssen alle wissen. Trotzdem überrascht es immer noch viele. Wir müssen gemeinsam als Gesellschaft beschließen, unseren Kindern beizubringen, dass alle Geschlechter sich auf Augenhöhe begegnen.“

Laura Kapp sagte für das Netzwerk der brandenburgischen Frauenhäuser: „Die brandenburgischen Frauenschutzeinrichtungen stehen aktuell vor großen strukturellen Herausforderungen und Umbrüchen. Dank einer breiten Öffentlichkeit für das Thema und dank der Istanbul-Konvention stellen diese Umbrüche eine Chance dar. Wir haben JETZT die Chance, das Hilfesystem für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder in Brandenburg auf sichere Füße zu stellen und krisenfest zu machen. Lassen wir sie nicht ungenutzt verstreichen! Frauen und Mädchen überall zählen auf uns.“

1999 haben die Vereinten Nationen den 25. November zum „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“ erklärt. Auslöser war der Fall der drei Schwestern Mirabal, die 1960 in der Dominikanischen Republik wegen ihres Widerstandes gegen die Diktatur vom Militär verschleppt und ermordet wurden.


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