Zum ersten Mal in diesem Umfang: rbb-Kunstsammlung „Land, Stadt, Land“ im Landtag

Ein Gladiolenstrauß vor der Berliner Mauer und Trabis an der Badestelle des Brandenburger Bötzsees, Golfen vorm Tacheles und Altweibersommer in Wildenbruch, Potsdamer Platz und Rahnsdorfer Bahnhof: Die Kunstsammlung des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb) bringt im Landtag Urbanes und Ländliches, Provinz und Metropole, Ost und West zusammen. Mit der Ausstellung „Land, Stadt, Land – Blicke auf Brandenburg und Berlin“ wird zum ersten Mal fast die gesamte Kollektion des rbb an einem Ort gezeigt. Die seit der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts entstandenen 121 Werke von fast 90 Künstlerinnen und Künstlern mit Ost- wie Westbiografien zeigen Motive aus beiden Ländern in verschiedensten Stilen, Techniken sowie Formaten.

„Die Gäste der Ausstellung und wir, die Abgeordneten, lassen uns ein auf die Arbeitsweisen der Kunst, die neben Leinwand, Papier und Farben auch die unsichtbaren Materialien wie Fantasie und Freiheit verwendet“, sagte Landtagspräsidentin Britta Stark zur Eröffnung am Dienstagabend. „Es kann uns helfen, Dinge wieder neu zu sehen, Festgefahrenes in Bewegung zu bringen, mit Fantasie zu diskutieren, wofür wir noch keine fertige Lösung haben, und mit innerer Freiheit streitbare Debatten zu führen.“

„Die Ausstellung im Brandenburger Landtag ist für uns eine zweifache Premiere: Noch nie hatten wir die Gelegenheit, unsere Sammlung in dieser Größe zu präsentieren, 121 Werke, Interpretationen unserer Region. Sogar zwei Bilder aus meinem Büro mussten weichen und stehen heute hier“, sagte die Intendantin des Rundfunk Berlin-Brandenburg Patricia Schlesinger am Dienstagabend. „Wir sind fest davon überzeugt, dass zu einer Demokratie nicht nur der politische Diskurs gehört, der in diesem Haus seine Heimat hat, sondern auch die Pflege von Kunst und Kultur in einer freien Gesellschaft. Deshalb sind wir besonders froh, jetzt mit diesen Ausstellungsstücken hier zu Gast sein zu dürfen.“

Als Förderer des Nachwuchses in Musik, Film und Tanz, als Veranstalter von Lesungen und Konzerten, Unterhalter von Orchestern und Chören sowie Sammler von Kunst in der Region zeigt sich der Rundfunk Berlin-Brandenburg nicht nur als Sendeanstalt, sondern auch als Kulturinstitution. Der rbb hat nach der 2003 erfolgten Fusion die von seinen Vorgängern Ostdeutscher Rundfunk Brandenburg und Sender Freies Berlin gesammelte Kunst gepflegt und ergänzt. „Dabei war von vornherein ausgemacht, dass es keinen Unterschied mehr geben sollte zwischen westlicher und östlicher Herkunft der Malerinnen und Maler und ihrer Bilder“, so Ausstellungskurator Professor Dr. Rudolf Großkopff. „Beim näheren Hinsehen zeigt sich denn auch, dass, mal abgesehen von der staatsfrommen DDR-Kunst, in Ost und West eine ähnliche Vielfalt der Themen und Techniken, der Stile und Formate üblich war und ist.“

Zur Sammlung gehören unter anderem Werke von Otto Antoine, Kurt Mühlenhaupt, Christo, Susanne Hoppe und Harald Metzkes. Seit 2005 wandert die Ausstellung, bislang aber nur in kleineren Teilen, durch das Sendegebiet.

„Land, Stadt, Land – Blicke auf Brandenburg und Berlin“ ist vom 11. April bis 28. September 2018 montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr (außer an Feiertagen) zu sehen. Der Eintritt ist frei.

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