Was kann Politik von Kunst lernen? Ein Schlagabtausch als Soziale Plastik im Landtag

Ein Experiment sozialer Kunst im Landtag feierte heute seine einzig(artig)e Premiere: In der Performance „Schlagabtausch – Ein Parlament der Klänge“ begegneten sich Politikerinnen und Politiker sowie Musikerinnen und Musiker erstmalig in Echtzeit auf der Bühne. Sie erkundeten Beziehungen und Resonanzen zwischen Kunst und Politik und fragten: Kann Politik von der Kunst lernen?

Mit Schlagabtausch – Ein Parlament der Klänge wird die Reihe Kunst im Landtag fortgesetzt. Seit 2014 bietet der Landtag mit Kunstausstellungen, Kunst am Bau und Veranstaltungen Künstlerinnen und Künstlern eine Bühne. Nun traten Marie Luise von Halem, (GRÜNE/B90), Vorsitzende des Ausschusses für Wissenschaft, Forschung und Kultur, die kulturpolitischen Sprecher/innen der Fraktionen Prof. Dr. Ulrike Liedtke (SPD), Gerrit Große (DIE LINKE) und Henryk Wichmann (CDU), der Ausnahmemusiker Simon Jakob Drees (Violine, Stimme), Lars Weber und das Percussion Ensemble „Die Weberknechte“ von der Finsterwalder Kreismusikschule „Gebrüder Graun“ in einen verbalen wie nonverbalen und musikalischen Diskurs.

„Ich habe erlebt, wie streitbar, inspirierend und bereichernd Kunst im Landtag sein kann und wie stark ihre Wirkungskräfte“, sagte Landtagspräsidentin Britta Stark zur Eröffnung der Performance. „Jetzt erkunden wir mit diesem Schlagabtausch Beziehungen und
Resonanzen zwischen Kunst und Politik genauer. Ich freue mich, dass wir hervorragende und experimentierfreudige Musiker und mutige wie kreative Abgeordnete gewinnen konnten.“

Etwas Neues ist entstanden: Ein Parlament der Klänge als musikalischer, sprachlicher und sozialer Raum, der in der Interaktion aller Beteiligten seine Struktur entwickelte und in der Aufführung von den Zuhörenden und Zuschauenden mitgestaltet werden konnte. Es bewegte die Frage nach der Utopie einer Zusammenarbeit zwischen Kunst und Politik, die asymmetrische Machtbeziehungen überwindet und Begegnungen zwischen Gleichen ermöglicht. Die vereinbarte Arbeitsweise war die Improvisation an der Grenze innen und außen, zwischen Ich und dem Anderen, zwischen Organismus und Umwelt. Es zeigte sich, welche Resonanzen zwischen Kunst und Politik entstehen, wenn Künstlerinnen und Künstler und Politikerinnen und Politiker sich gegenseitig mit ihren Positionen konfrontieren, aufeinander hören und gemeinsam improvisieren.

Die Aufführung war Höhepunkt und Abschluss einer gemeinsamen konzeptionellen Arbeit an dem Experiment, Arbeitsweisen der Kunst zu erproben, die überall eingesetzt werden können, wo Menschen etwas gemeinsam entwickeln – ein Haus bauen, ein Fest organisieren oder Demokratie gestalten. So entsteht eine „Soziale Plastik“ im Sinne von Josef Beuys als ein Kunstwerk, an dem alle Menschen arbeiten können – zum Beispiel an der eigenen Biografie, an einem menschenfreundlichen sozialen Raum oder an demokratischen und solidarischen Verhältnissen.

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