Ausstellungseröffnung „Jehovas Zeugen im KZ Ravensbrück und in Haftanstalten der DDR“

Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke eröffnet gemeinsam mit der Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur, Dr. Maria Nooke, und Dr. Sabine Ahrend von der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

am       Dienstag, dem 1. Oktober 2019
um       18:00 Uhr
im        Foyer und Presseraum des Landtages

die Ausstellung. Kurator Falk Bersch wird in das Thema einführen und für Fragen zur Verfügung stehen.

Die Ausstellung widmet sich Bibelforscherinnen und Bibelforschern, so der offizielle Name der Glaubensgemeinschaft bis 1931, die im NS-Staat im Konzentrationslager Ravensbrück inhaftiert und später in der DDR erneut verfolgt wurden. Zwölf Biografien veranschaulichen die Auswirkungen von Verbot und doppelter Verfolgung auf das persönliche Leben. Die Ausstellung ist vom 2. Oktober 2019 bis zum 19. Dezember 2019 montags bis freitags (außer feiertags) von 8:00 bis 18:00 Uhr im Foyer des Landtages Brandenburg zu sehen.

Hintergrund:
Von völkischen und nationalsozialistischen Kreisen wurden die Zeugen Jehovas bereits in den 1920er-Jahren u. a. als „jüdische Bolschewisten“ und als „Volksverräter“ verunglimpft. Etwa 2.800 deutsche Mitglieder sowie 1.400 aus den besetzten Ländern wurden als „Schutzhäftlinge“ der Gestapo in die Konzentrationslager deportiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die meisten von ihnen als Verfolgte des Nationalsozialismus in der Sowjetischen Besatzungszone anerkannt. 1950, ein Jahr nach Gründung der DDR, wurde die Glaubensgemeinschaft jedoch verboten. Die SED warf den Mitgliedern Kosmopolitismus und „Spionage für den Westen“ vor. Viele wurden daraufhin zu hohen Haftstrafen verurteilt. Nach Einführung der allgemeinen Wehrpflicht wurden junge männliche Zeugen Jehovas wegen Verweigerung des Wehr- oder Ersatzdienstes bis in die 1980er-Jahre zu Haftstrafen verurteilt.