Präsidentin spricht zur Christlich-Jüdischen Zusammenarbeit

Potsdam, 23. März 2026. Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke hat bei der zentralen Festveranstaltung zum Jahr der Christlich-Jüdischen Zusammenarbeit am Montagabend ein Grußwort gehalten. Das Leitthema in diesem Jahr lautet „Schulter an Schulter - Miteinander“. Die Veranstaltung fand erstmals im Synagogenzentrum Potsdam statt. Das Jahr der Christlich-Jüdischen Zusammenarbeit hat zum Ziel, die Verständigung von Menschen christlichen Glaubens und verschiedener Bekenntnisse mit Jüdinnen und Juden unterschiedlicher Traditionen zu fördern.

An der Veranstaltung im Synagogenzentrum nahmen auch der Antisemitismusbeauftragte Andreas Büttner, die Vizepräsidentin des Landtages, Dr. Jouleen Gruhn, sowie weitere Abgeordnete teil. Der Festakt begann mit einem Psalmgebet des Rabbiners Ariel Kirzon.

In ihrem Grußwort sagte Präsidentin Liedtke, die Anerkennung des Staates Israels stehe außer Frage, das schließe allerdings „Kritik an der gegenwärtigen Politik im Staat Israel nicht aus“. Sie fuhr fort: „Wir bangen, sorgen uns, leiden mit den israelischen Menschen, wenn ihre Häuser mit Raketen beschossen werden. Wenn der Krieg weitergeht und die Aussicht auf Frieden noch fern scheint. Und wir bangen, sorgen uns und leiden ebenso mit allen unschuldigen Opfern des Krieges im Nahen Osten. Kriege werden nicht gewonnen, sie müssen beendet werden.“ Wir könnten voneinander und miteinander lernen, sagte die Präsidentin. Solche Lernorte und Lernwege bräuchten Förderung, man dürfe keinen „Dialog scheuen“ und müsse „Verantwortung für das Miteinander übernehmen“. „Frieden beginnt im Alltag“, beendete die Parlamentspräsidentin ihre Rede.

Der Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Potsdam (GCJZ), Tobias Barniske, sagte: „Es ist wichtig, sich immer wieder die unterschiedlichen Glaubensperspektiven und Bedürfnisse bewusst zu machen, von denen aus die Beteiligten in den christlich-jüdischen Dialog und in das interreligiöse Gespräch gehen.“ Es gehe um „menschliche Begegnung unter Achtung“ und „Wertschätzung der Unterschiede“. Im Rahmen der Veranstaltung fand eine Diskussion zum interreligiösem Gespräch und zur Erinnerungskultur mit Vertretern der Jüdischen Gemeinde, des Interreligiösem Forums sowie der Landeshauptstadt Potsdam statt.